Freitag
18
Dezember 
2009

Esoterische Romantiker

9 Kommentare

Eine neue Zeit ist angebrochen, es ist soweit!

Esoterische Romantiker fühlen sehr stark. Sie sind empathisch und darin allen überlegen, die noch im Kopf sind – so wie halt leider die meisten von uns, in dieser kopfgesteuerten Gesellschaft. Esoteriker spüren, wenn etwas im Kommen ist. Nun sind sie selbst es, die im Kommen sind!

Ihr Herz ist weit offen, deshalb spüren esoterische Romantiker sofort, wenn etwas für sie stimmt. Wenn sie einem Menschen begegnen, wissen sie auf der Herzebene sofort, ob die Energie für sie stimmt. Sie spüren das. Übrigens kennt man sich, wenn es energetisch stimmt, meist schon aus einem früheren Leben. Wenn die Gefühle stark sind, ist das fast immer so. Bei esoterischen Romantikern sind die Gefühle immer sehr stark.

Schutzlos offen

Esoterische Romantiker sind deshalb auch sehr verletzlich. Offen und empfindsam wie sie sind, lassen sie die Energien aus ihrer Umgebung immer gleich zu sich rein, ungefiltert, ohne Vorbehalte. Sie haben ja keine Vorurteile. Sie leben ohne zu urteilen, das macht sie stark – aber eben auch schutzlos. Wie gut, dass es Engel gibt, die sich um sie kümmern! So sind sie dann doch nicht schutzlos. Gottseidank wissen sie um diese Schutzengel, denn ihr drittes Auge ist offen. Andere Menschen, die nur im Bereich der unteren drei Chakren leben, haben dafür überhaupt kein Gespür.

Solche kopfgesteuerten, gepanzerten Menschen, die einfach »zu« sind, nutzen die Schutzlosigkeit der esoterischen Romantiker schamlos aus und merken das in der Regel noch nicht einmal. Sie sind einfach unbewusst und unsensibel. Deshalb müssen die esoterischen Romantiker, so gerne sie sich auch diesen kopfgesteuerten Menschen öffnen würden (Offenheit ist ja ihre Natur), sich vor diesen Menschen verschließen.

Esoterische Romantiker sehen das, was ist. Es ist, was ist. So ist es. Es ist einfach. Könnt ihr Holzköpfe das nicht sehen? Nein, sie können es nicht. Nur echte Esoteriker können das. Sie nehmen es wahr, weil ihr Herz offen ist und sie nicht mit so vielen Konzepten an etwas herangehen. Esoteriker sehen die Wahrheit, sie leben sie ganz einfach, auch wenn sie ungern darüber reden. Sie leben ganz im Moment, in der Präsenz, im Hier&Jetzt, während diese Trottel von Kopfmenschen entweder in der Erinnerung leben, wie es mal war oder in der Zukunft, wie es mal sein soll.

Authentisch

Aufgrund dieser Herzlichkeit und Offenheit brauchen sich authentische Esoteriker auch nicht an Strukturen zu halten. Strukturen sind nur was für Kopfmenschen, die noch nicht den Mut haben, ihrem Herz zu vertrauen und sich deshalb noch auf Regeln stützen müssen. Esoteriker sind darüber längst hinaus, sie leben in der ewigen Gegenwart. »Jenseits von gut und böse, dort treffen wir uns«, sagte schon der große Sufi-Dichter Rumi! Das ist der Raum, in dem diese authentischen, gefühlsechten Esoteriker leben. Mit gut und böse, falsch und richtig kann man ihnen deshalb nicht kommen, so wird man ihnen einfach nicht gerecht.

Dumpfe Menschen, die noch im linearen Zeitbewusstsein leben, wissen das Pathos dieser Esoteriker leider nicht zu schätzen. Die starken Gefühle, die Leidenschaftlichkeit dieser Menschen macht ihnen zu schaffen. Da weichen sie aus und reden sich dann raus mit irgendwelchen Argumenten. Ach wäre die Welt doch endlich offen für das Gefühl! Die Präsenz! Die Liebe!

Lasst uns aufbrechen ins Land der authentischen Esoterik!


Esoterische Romantiker sind übrigens keine religiösen Eiferer, mit ihnen sollte man sie nicht verwechseln. Demnächst mehr über die religiösen Eiferer.


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9 Kommentare zu »Esoterische Romantiker«

  1. Yep! Das ist Schreibkunst.
    Der Kommentar schreit zwischen den Zeilen heraus- ein herzlicher Tritt auf den Schlips.
    Ist das Herz offen und die Gegenwart perfekt, ist die Versuchung aber auch allzu groß, das Gehirn abzuschalten…

    Schöne Feiertage und ein Gutes Neues Jahr!

  2. Sehr interessant im Allgemeinen… aber widersprechen sie sich da nicht teils selbt, wenn sie eine “jenseits von Gut und Böse”Einstellung als quasi positiv darstellen, wo sie doch des öfteren schon darauf hingewiesen haben, hier sehr wohl Entscheidungen gegen das eine bzw. für das andere zu treffen…oder ist das viel allgemeiner gemeint, bzw. versäume ich es hier zwischen den Zeilen zu lesen?

    Schöne Feiertage

  3. Habe es nach nochmaligem Lesen des Kommentars nun doch geschafft, zwischen den Zeilen zu lesen… finde es nur in diesem Fall nicht ganz so einfach, da blanker Sarkasmus sonst eher nicht bei ihnen zu finden ist… oder versteh ichs noch immer falsch?

  4. Lieber Phil,
    ich glaube, beim zweiten Lesen hast du es besser verstanden. Ich hätte den Text “satirisch” genannt, aber vielleicht ist er auch ein bisschen sarkastisch. Ich habe mir dabei einfach die Stimme/n und Phrasen der hier Beschriebenen zu eigen gemacht und brauchte dann nur noch ganz, ganz wenig zu übertreiben. Manche werden sagen: Das nicht mal übertrieben! Ja, so sind sie. Und, wie gesagt: Es ist, wie es ist ;-)
    Mit schmunzelnden Grüßen
    Wolf

  5. Lieber Wolf,

    Danke für deine Antwort, vor allem für die persönliche Note darin :) Bin mit deinem Stil noch nicht ganz vertraut und vor Allem kenne ich den Mann hinter der “Literarischen Kulisse” nur von einem Fernsehinterview, bzw.von diversen Auszügen seiner Bücher und 2-3 Kommentaren dieser Seite ;) Was ich gut kenne, ist die “Szene” in die besagter Kommentar wohl einzuordnen ist und ich war auch selbst mal ein Anwärter auf den Titel “Esoterischer Romantiker”… ein Romantiker bin ich geblieben… noch :) , auf sehr irdischer Ebene. Genug geschwafelt- jedenfalls sehr erfrischend, deine kritischen Auseinandersetzungen mit der “Materie” -so Hirn aus, aber nur bis zum nächsten Morgen ;)

    Beste Grüsse aus Graz

    Phil

  6. Mich wundert eher, dass nach soviel Jahren NUR “ein bisschen Sarkasmus” in einen solchen Text fließt!
    Insbesondere der letzte Teil über die Strukturen lässt vermuten, dass da konkrete Erlebnisse zur Motivation beigetragen haben, die mich zur Weißglut treiben würden … und nicht nur dazu, einen sarkastisch-heiteren Text zu verfassen!

  7. @ Claudia

    Hab zufällig deinen Kommentar gelesen: Ich glaub, wenn man sich so viele Jahre mit dem Thema “Spiritualität” beschäftigt, entwickelt man genug Sensibilität (vor allem im geistig- psychischen Bereich), dass man relativ leicht Motive erkennen kann, die Menschen dazu bewegen sich in eine Welt zu flüchten,in der gesellschaftliche Strukturen und Normen von einer “höheren Welt”relativiert bzw. ganz aufgehoben werden… vor allem in einer Zeit, in der Selbstverwirklichung und Leistung in einem nahezu absurden Verhältnis zum eigentlich “Machbaren” bzw. “Erreichbaren” stehen. Bücher und Lehren, die oben genanntes Halbwissen (höheres Bewusstsein, Gut und Böse= Illusion), verbreiten, bieten da eben eine einfache, vor Allem aber beruhigende Alternative.

    Insofern wäre extremer Sarkasmus eine vielleicht zu harte Kritik an diesen Menschen, denn sicher ist hinter diesen Lebensweisheiten wohl eine gewaltige Portion Unsicherheit und Hoffnung auf was “Besseres” versteckt… so jedenfalls würde ich das sehen

    Beste Grüsse

    Phil

  8. Tja. So ist es. Die Welt hat zwei Seiten, eine, die ist herzlich und eine andere, die ist es nicht. Und das Herzliche versteht das Kopfliche nicht. Und das Kopfliche blickt von oben herab und sagt: Spinner. Und so drehen sich die Beiden voneinander weg und marschieren in die entgegen gesetzte Richtung. Aber leider: Das geht nicht, denn sie gehören ja zusammen.Was ist da zu tun? Lachen! So, wie ich heute gelacht habe über einen Brief, in dem stand: Wer in die Kirche geht, ist noch lange kein Christ – du bist ja auch kein Auto, wenn du in der Garage stehst! Frohes Fest!

  9. Noch ein Kommentar zum Kommentar:
    Connection hole ich, wenn ich unterwegs bin. Und ich bin jede Woche unterwegs. Ich bin nicht mehr die Jüngste. Werde demnächst Siebzig und finde das Leben in seiner Vielfalt wunderbar. Und so ist es auch richtig, extremes Esoteriktum auf die Schippe zu nehmen und diese Schippe hoch in die Luft zu werfen – samt Inhalt. Der Inhalt verstreut sich. Aber vor der Schippe hat sich der Mensch in Acht zu nehmen, die kommt wieder herunter. Und da heißt es: Schnell auf die Seite springen und aufpassen!

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