Archiv der Rubrik »Politik/Wirtschaft«

Dienstag
5
Januar
2010

»Die ganz große Tragödie«

Ist Identitätsverlust schlimmer als physische Sklaverei?

Es gibt heute circa 27 Millionen Sklaven, in absoluten Zahlen mehr als je in der Geschichte der Menschheit, sagt der US-amerikanische Journalist Benjamin Skinner, der vermutlich beste Kenner dieses Themas und der einzige, der je so lange darüber forschte: fünf Jahre lang. Im Interview aber sagte er etwas, das mich stutzig machte: Noch schlimmer als selbst die brutalste physische und psychische Sklaverei sei »die Zerstörung der Identität«.

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Dienstag
5
Januar
2010

Religiöses Pathos und Ernüchterung

Über das Leben zwischen den Stühlen

Aus dem religiösen Pathos überzugehen in echte Religiosität ist ungefähr so schwer wie aus der Verliebtheit zur echten Liebe. Es ist die Kunst der Landung nach dem Höhenflug. Wer die Landung nicht schafft, sondern abstürzt, endet nicht ernüchtert, sondern verbittert und leckt meist noch Jahre nach dem Absturz die dort erhaltenen Wunden.

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Dienstag
29
Dezember
2009

Vom Profanen zum Fan

Begeistert zu sein ist normal

Den religiös oder esoterisch Begeisterten misstrauen die Profanen. Meist verstehen sie sie einfach nicht. Dabei ist »Begeisterung« schon der erste Schritt auf dem Weg zur Religiosität.

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Sonntag
27
Dezember
2009

Massentrancen

Und die Rolle der Außenseiter

In einer Stadt ist das Trinkwasser vergiftet. Alle, die davon trinken, werden verrückt, aber sie wissen es nicht, weil sie alle gleichzeitig verrückt werden. So zu sein, das ist ihre Normalität. Nur einer erkennt diese Verrücktheit, vielleicht, weil er von weit her gekommen ist und der einzige Fremde ist in der Stadt. Wie kann er den Bewohnern klar machen, dass sie verrückt sind? Er muss selbst von dem Wasser trinken, um einer von ihnen zu werden.

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Freitag
25
Dezember
2009

Hochbegabung

Was macht man damit?

Weihnachtstag bei meiner Mutter. Ich fahre im Zug an meinem alten Gymnasium vorbei, wo ich 1971 Abitur gemacht habe. Damals galt ich als »hochbegabt«, umgangssprachlich als »Genie«. Was macht das mit einem? Erwächst daraus eine gesellschaftliche Rolle?

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